Über den Verein

Theater mit Geschichte. Verein mit Zukunft.

Seit mehr als 35 Jahren steht der Theater- und Kulturverein Bundschuh e.V. für Theater, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement in Untergrombach. Was 1989 mit einer außergewöhnlichen Idee begann, ist heute ein vielseitiger Verein mit eigener Freilichtbühne, einem umfangreichen Vereinsgelände und einer aktiven Theatergemeinschaft für verschiedene Generationen.

Im Mittelpunkt steht dabei bis heute die Freude am Theater, egal ob auf oder hinter der Bühne.

Die Idee: Joß Fritz auf die Bühne bringen

Die Geschichte des TKV-Bundschuh beginnt Ende der 1980er-Jahre. Peter Kaiser, damals selbst theaterbegeistert und eng mit dem kulturellen Leben in Untergrombach verbunden, wollte an eine bedeutende Persönlichkeit der Ortsgeschichte erinnern: den Untergrombacher Bauernsohn und Bundschuhführer Joß Fritz.

Aus der Idee entstand ein eigenes Theaterstück. Rund 100 Mitwirkende wurden für das erste große Vorhaben zusammengebracht. Damit ein solches Projekt überhaupt finanziert und organisiert werden konnte, wurde am 21. Februar 1989 der Theater- und Kulturverein Bundschuh gegründet. Peter Kaiser wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Nur wenige Monate später stand bereits das erste große Freilichtspiel auf dem Programm: „Joß Fritz – Nichts denn die Gerechtigkeit Gottes“. Auf einem eigens hergerichteten Spielgelände neben der Schulturnhalle entstand eine große Freilichtbühne mit Tribüne, Kulissen, Burg, Dorf und Bischofssitz.

Die drei Aufführungen im Juni 1989 wurden zu einem großen Erfolg. Damit war der Grundstein für die weitere Entwicklung des Vereins gelegt. In den folgenden Jahren wurde das Stück unter anderem in Bretten, Pforzheim und Freiburg-Lehen aufgeführt. Gleichzeitig entwickelte sich der TKV immer stärker zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Untergrombach.

Vom Theaterprojekt zum eigenen Kulturzentrum

Nach den ersten erfolgreichen Jahren folgten zahlreiche weitere Produktionen, historische Veranstaltungen, Umzüge und kulturelle Aktivitäten.

Ein wichtiger Schritt war dabei der Ausbau des eigenen Vereinsgeländes an der Obergrombacher Straße. Zwischen 2001 und 2004 wurde das Gelände mit großem ehrenamtlichen Einsatz grundlegend umgestaltet. In mehr als 10.000 Arbeitsstunden entstanden unter anderem ein Vereinsheim, ein restaurierter Gewölbekeller, Treppenanlagen und schließlich das heutige Atrium.

Damit erhielt der TKV Bundschuh eine eigene Spielstätte, die bis heute das Herzstück des Vereins bildet.

Das historisch gewachsene Ambiente des Geländes verbindet dabei zwei Dinge, die den Verein bis heute prägen: die Verbundenheit mit der Geschichte Untergrombachs und die Leidenschaft für das Theater.

Neue Impulse unter Peter Sterzenbach

Im Mai 2006 übernahm Peter Sterzenbach den Vorsitz des Vereins. Als Gründungsmitglied war er dem TKV bereits seit den Anfangsjahren verbunden und prägte dessen weitere Entwicklung über viele Jahre.

Unter seiner Leitung wurden nicht nur die Theateraktivitäten weitergeführt und ausgebaut. Auch die Infrastruktur, die Öffentlichkeitsarbeit, das Vereinsleben und das Netzwerk aus Mitwirkenden und Unterstützern entwickelten sich kontinuierlich weiter.

In dieser Zeit entstanden zahlreiche erfolgreiche Produktionen. Vom Kinder- und Jugendtheater über Komödien bis hin zu aufwendig inszenierten Freilichtproduktionen, meist unter der kreativen Leitung von Norbert Müller. Daneben gehörten auch Veranstaltungen wie der Winterzauber, Umzüge, das Martinsspiel, Ausflüge und gemeinsame Vereinsaktivitäten.

2019 konnte der TKV Bundschuh schließlich sein 30-jähriges Bestehen feiern.

Nach 16 Jahren an der Spitze übergab Peter Sterzenbach am 13. April 2022 die Führung des Vereins an Heribert Groß. Sterzenbach blieb dem Verein weiterhin eng verbunden und unterstützt ihn bis heute unter anderem als Ehrenvorstand.

Theater für die nächste Generation

Bereits in den Anfangsjahren gehörte ein Kinder- und Jugentheater zum Verein. Ab etwa 2015 wurde die Jugendarbeit, in Kooperation mit der Joß-Fritz-Schule Untergrombach, ausgebaut und seitdem von Jahr zu Jahr weiterentwickelt.

Unter der damaligen Jugendleitung, insbesondere geprägt durch Markus Rössler, wurde eine Grundlage geschaffen, auf der die heutige Jugendgruppe aufbauen konnte. Aus den ersten Gruppen entwickelte sich im Laufe der Jahre ein eigenständiger und fester Bestandteil des TKV-Bundschuh.

Heute gehören über 30 Kinder und Jugendliche zur aktiven Theaterjugend.

Dabei geht es längst nicht nur darum, auf der Bühne einen Text auswendig zu lernen. Die jungen Mitglieder übernehmen Verantwortung, entwickeln eigene Ideen, lernen den Umgang mit Bühne, Kostümen und Technik. Sie erleben dabei, was es beudeutet, gemeinsam eine komplette Theaterproduktion auf die Beine zu stellen.

Die heutige Jugendleitung unter Tanja Hatz und Jessica Baron führt diese Arbeit weiter und entwickelt sie gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen kontinuierlich fort.

Die Jugendarbeit ist längst mehr als ein Nachwuchsprojekt für den TKV: Sie ist ein wichtiger Teil der Gegenwart und Zukunft des TKV Bundschuh.

Viele Jahre Theatergeschichte

In mehr als drei Jahrzehnten sind zahlreiche Produktionen entstanden. Von den ersten Aufführungen rund um Joß Fritz über Märchen und Komödien bis zu großen Freilichtproduktionen reicht die Bandbreite. Stücke wie „Joß Fritz – Nichts denn die Gerechtigkeit Gottes“, „Der Wolkenstein“, „Der gestiefelte Kater“, „Aschenputtel“, „Erwe will glernt sei“, „Alice im Wunderland“ und viele weitere Produktionen haben die Geschichte des Vereins geprägt.

Auch die jüngeren Produktionen setzten diese Tradition fort. 2025 stand mit „Da Geizich Humbert“ eine Mundartbearbeitung von Moliéres „Der Geizige“ auf dem Programm. 2026 folgte mit „Ein kleiner Sommernachtstraum“ eine eigene, kindgerechte Bearbeitung von Shakespeares Klassiker für das Kinder- und Jugendtheater. Auf der großen Freilichtbühne bringt der Verein 2026 außerdem „Das Wirtshaus im Spessart“ mit mehr als 30 Mitwirkenden auf die Bühne.

Eine Übersicht über die vergangenen Produktionen gibt es in unserer Produktionsgalerie

Heute und morgen

2026 markiert erneut einen Wechsel in der Vereinsführung. Heribert Groß hat sein Amt niedergelegt und die Verantwortung zunächst kommissarisch an Christoph Berndt übergeben. Unterstützt wird er dabei von Torben Brinkhoff als zweitem Vorstand.

Damit setzt sich fort, was den TKV Bundschuh seit seiner Gründung auszeichnet: Der Verein verändert sich. Neue Menschen übernehmen Verantwortung und bringen eigene Ideen ein, während die gemeinsame Leidenschaft für das Theater bleibt.

Von den ersten rund 100 Mitwirkenden beim Joß-Fritz-Stück bis zu den vielen Menschen, die heute vor und hinter der Bühne aktiv sind, war und ist der TKV Bundschuh vor allem eines: ein Verein, der von seiner Gemeinschaft lebt.

Ein Verein lebt von seinen Menschen

Theater ist Teamarbeit. Auf der Bühne stehen Schauspielerinnen und Schauspieler. Dahinter kümmern sich Menschen um Regie, Organisation, Bühnenbild, Technik, Licht und Ton, Kostüme, Maske, Requisiten, Kartenverkauf, Bewirtung, Pressearbeit und vieles mehr.

Diese Aufgaben werden ehrenamtlich übernommen – oft über Jahre und manchmal über Jahrzehnte. Genau diese Mischung aus Theaterbegeisterung, handwerklichem Einsatz, Kreativität und Gemeinschaft macht den TKV Bundschuh aus.

Und deshalb ist die Geschichte des TKV Bundschuh noch lange nicht zu Ende.

Der nächste Vorhang geht auf.