Der TVK Bundschuh begeistert bei der Premiere einer italienischen Komödie

Das Damoklesschwert des Regens hatte nur eine stumpfe Spitze: Die Himmelsschleusen über dem Untergrombacher Atrium blieben bei der Premiere der italienischen Komödie „Der Fächer“ nach der Bearbeitung von Heiko Postma geschlossen. Dadurch kam das Publikum in den ungestörten Genuss einer „Theateraufführung der Spitzenklasse“ des TKV Bundschuh auf dessen Freilichtbühne, wie Zuschauer urteilten.
Es begann harmlos: Auf der Piazza einer italienischen Stadt fällt ein Fächer vom Balkon eines Palazzos, den Signora Geltruda (Renate Sterzenbach) zusammen mit ihrer Nichte, Signorina Candida (Julia Braun), und der Haushälterin Trognina (Eva Glaser) bewohnt. Ihr Liebhaber, Signor Evaristo (Ulrich Kaiser), bemerkt das Missgeschick und kauft im Laden von Susanna (Gabi Braun) einen Fächer, den das Bauernmädchen Giannina (Uli Lauber) seiner geliebten Candida überbringen soll.
Giannina, die unter der Vormundschaft ihrer älteren Schwester Moracchia (Sabine Buhl) leidet, wird heftigst von dem Schuster Crespino (Markus Kirsch) und dem Gastwirt Coronato (Klaus Rössler) umworben. Die beiden Streithähne bekommen von dem Fächer etwas mit und stellen prompt falsche Vermutungen an. Aber auch die schöne Candida kommt von einem Fächer zu Ohren, und aus Trotz öffnet sie sich dem Werben des alternden, aber reichen Adligen Barone del Cedro (Gunter Honauer), der sich mit Hilfe des verarmten Adeligen Conte di Roccamento (Bruno Czemmel) die Gunst der schönen jungen Dame versichern will. Der Fächer wandert von Hand zu Hand und sorgt für allerlei Irrungen und Wirrungen.
Diese gipfeln in wilden Verfolgungsjagden, Beschimpfungen, Duellforderungen und Ohnmachtsanfällen. Bei letzteren bekommt der Apotheker Timotheo (Bernd Grün) Arbeit. Aber schließlich wendet sich alles zum Guten, und Candida bekommt ihren heißgeliebten Evaristo samt des Verwirrung stiftenden Fächers. In weiteren Rollen waren der Kellner Scavezzo (Theo Stober) und der Kaffeehausbesitzer Limoncino (Heinz Schrumpf) zu sehen.
Vom Bühnenbild (geschaffen von Harry Wolf) – stilecht mit Osteria, Farmacia und Trattoria – bis zur Besetzung der einzelnen Darsteller-Charaktere passte einfach alles. Unter der Regie von Norbert Müller, der von Heidi Schlotter und Eva Müller unterstützt wurde, gaben alle Schauspieler ihr Bestes. Originell war auch die Idee, die Souffleuse Eva Müller als Kaffeehaus-Besucherin inmitten des Schauspielgeschehens zu platzieren. Das begeisterte Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus, sparte auch nicht mit Szenenbeifall und vergaß auch nicht das Team hinter den Kulissen.
Der Vorsitzende Peter Sterzenbach, der auch die Begrüßung übernommen hatte, stellte jeden Akteur im ausverkauften Haus einzeln vor. Im Verlauf seiner fast 30-jährigen Vereinsgeschichte hat der TKV Bundschuh so manches Theaterstück auf die Bühnenbretter gebracht – aber „Der Fächer“ dürfte für immer eine Sonderstellung einnehmen. Klaus Kehrwecker

147890525 1.jpg

Mitglied im Bund Deutscher Amateurtheater

Mitglied im Landesverband Amateurtheater BW

TOP