Ein vergnüglicher Mundart-Abend

Pressebericht der BNN vom 20.07.2020

Das Bundschuhtheater zeigt beim Kultursommer die Komödie „Fuffzich“

Bruchsal. An einem lauen Sommerabend im Ambiente des Bergfried-Atriums einer äußerst vergnüglichen Theateraufführung zu lauschen – das haben am Sonntag all jene genossen, die einen der begehrten Plätze erhielten.

Schon das liebevoll eingerichtete Wohnzimmer vergangener Tage weckte Erinnerungen. Was sich darin abspielte, war wirklichkeitsnah und so mancher konnte sich ein Stück weit darin wiederfinden. Wie tickt der Mann, wie die Frau? Dies zeigten humorvoll, aber mit Hintersinn in bester badischer Mundart die beiden Akteure Eberhard (beeindruckend in der Rolle Siegbert Waldbüßer, auch die Regie oblag ihm) und seine Frau Dagmar (Gabi Braun, die ihm in nichts nachstand).

Im Mittelpunkt des Stücks: Der fünfzigste Geburtstag von Eberhard, der in Kürze ansteht. Der steckt gerade in einer vermeintlichen Sinn- und Seinskrise. Daher verkündet er wild entschlossen: „Ich mach nix, mir isch‘s momentan extrem nach Ruh, ich will innere Einkehr halten.“ Das sieht Dagmar naturgemäß ganz anders. Sie hat nämlich geplant, ihrem Gatten diesmal eine ganz besonders schöne Feier „zum Fuffzichsten“ zu schenken, allerdings nicht ohne Hintergedanken. Im Laufe der Jahre ihres Ehelebens hat sich wohl ein Wurm in die Beziehung der beiden eingeschlichen. Es kommt zu einem leidenschaftlichen Diskurs Für und Wider eines „Seitensprüngles“, wie es Eberhard formuliert. Aus seiner Sicht sollte der Partner bereit sein, ab und zu vertrauensvoll „wegzuguggen“. Tut sie ihm es gleich, gipfelt es für ihn in eine Katastrophe, einen Weltuntergang, bei dem Selbstbemitleidung eine große Rolle spielt.

Zum Eklat kommt es, als der Frauenversteher Edgar (wunderbar gemimt von Norbert Müller) unerwartet auftaucht, der Dagmar in ihrer Seelenpein nicht nur ein Tröster war.

Überdies bringt den Gatten auf, dass Dagmar für ihren Kümmerer einmal ein feines Mahl bereitet hat und sie dem Biertrinker Edgar eine Gewürztraminer Spätlese aus Eberhards Weinkeller kredenzt hat. Zum Glück kehrt am Ende bei allen wieder Realitätssinn ein. Der fünfzigste Geburtstag soll gebührend gefeiert werden, sogar Edgar wird dazu eingeladen.

Der Lohn der Akteure ist der Applaus und der wurde von den Zuschauern begeistert gespendet.